Ganz ehrlich: Niemand wacht morgens auf und denkt an sein LCP. Deine Besucher schon gar nicht. Die denken: Warum sehe ich noch nichts? Warum reagiert der Button nicht? Warum springt der Text weg, genau in dem Moment, in dem ich klicken will?
Genau das messen diese Abkürzungen. Jede von ihnen ist die Antwort auf eine Frage, die sich ein Besucher wirklich stellt. Mehr steckt nicht dahinter. Gehen wir sie einmal durch, in normaler Sprache.
Fünf Abkürzungen, fünf Fragen
TTFB: tut sich da überhaupt was?
Time to First Byte. Die Zeit vom Aufruf bis zum ersten Byte, das dein Server zurückschickt. Solange passiert im Browser: nichts. Ein schlechter TTFB zieht alles andere nach hinten, denn der Browser kann nichts rendern, was er noch nicht bekommen hat. Als Richtwert: bis 800 ms gilt als gut.
FCP: wann sehe ich endlich irgendwas?
First Contentful Paint. Der Moment, in dem der Browser zum ersten Mal Inhalt zeichnet. Ein Stück Text, ein Logo, irgendwas. Vorher ist die Seite einfach weiß. FCP ist das erste Lebenszeichen deiner Seite. Gut heißt hier: bis 1,8 s.
LCP: wann sehe ich das, weswegen ich hier bin?
Largest Contentful Paint. Der Moment, in dem das größte sichtbare Element fertig gerendert ist: das Hero-Bild, das Video-Poster, die große Überschrift. Ab diesem Punkt fühlt sich die Seite “da” an. Die Schwellen von Google: bis 2,5 s gut, über 4,0 s schlecht. Dazwischen liegt eine Menge Alltag.
INP: warum ruckelt der Button?
Interaction to Next Paint. Die Worst-Case-Verzögerung zwischen einem Tap oder Klick und dem nächsten sichtbaren Frame. Wenn Besucher zweimal klicken, weil “nichts passiert ist”: Das ist INP. Bis 200 ms gut, über 500 ms schlecht. INP hat im März 2024 FID als Core Web Vital abgelöst.
CLS: warum springt hier alles herum?
Cumulative Layout Shift. Bewertet, wie viel sichtbarer Inhalt sich unerwartet verschiebt. Der Klassiker: Ein Banner lädt nach, der Text rutscht runter, du triffst den falschen Link. CLS ist keine Zeit, sondern ein Score: bis 0,1 gut, über 0,25 schlecht.
Hinweis: Core Web Vitals im engen Sinn sind nur drei davon: LCP, INP und CLS. FCP und TTFB sind Diagnose-Metriken. Sie erklären, warum die großen drei so aussehen, wie sie aussehen.
Lighthouse sagt 95. Und trotzdem beschweren sich Leute.
Beides kann gleichzeitig stimmen, und das verwirrt am Anfang alle.
Lighthouse ist ein Labortest: ein simuliertes Gerät, ein Standort, ideale Bedingungen, voll reproduzierbar. Genau dafür ist er gut. Weil sich die Bedingungen nie ändern, fängt er Regressionen, bevor sie live gehen. Aber der Test weiß nichts von dem drei Jahre alten Android im Mobilfunknetz, auf dem deine Seite gerade wirklich geöffnet wird.
Felddaten messen genau das: jeden echten Seitenaufruf, auf echten Geräten, in echten Netzen. Das nennt man Real User Monitoring, kurz RUM. Verrauschter als das Labor, ja. Aber echt.
Und weil Felddaten streuen, schaut man nicht auf den Durchschnitt, sondern auf das 75. Perzentil, kurz p75. p75 heißt: 75 % deiner Besucher waren mindestens so schnell. Der Durchschnitt schmeichelt. p75 zeigt dir das Erlebnis derer, die leiden.
Ein Detail noch: INP ist eine reine Feld-Metrik. Ein Labortest klickt nicht wie ein Mensch, also kommt INP aus dem Feld, nicht aus dem Labor.
Warum Google das ernst nimmt
Google rankt nach den echten Core Web Vitals von Chrome-Nutzern, gesammelt im Chrome UX Report (CrUX). Nicht nach deinem Lighthouse-Score. Dein Labor kann 95 sagen und dein Feld etwas ganz anderes, und fürs Ranking zählt das Feld.
Die Logik dahinter ist simpel: Google will Ergebnisse verlinken, die sich gut anfühlen, und zwar auf den Geräten, die Menschen wirklich benutzen. Man kann das streng finden. Unfair ist es nicht.
Was du damit anfängst
Fang nicht beim Score an, fang bei den Fragen an. Sehen deine Besucher schnell etwas? Reagiert die Seite auf den ersten Klick? Bleibt das Layout, wo es ist? Wenn du das beantworten willst, brauchst du Zahlen von echten Besuchern, bewertet am p75 statt am Durchschnitt.
Genau das ist der Job von fastmon: die Core Web Vitals aus jedem echten Besuch, am p75 gegen die Schwellen von Google. Wenn du sehen willst, wie das aussieht: Mehr zu Real User Monitoring.
Ab jetzt sind es keine Buzzwords mehr. Versprochen.