Die meisten Shops haben eine Zahl für ihre Ladezeit. Ein LCP, ein p75, eine Ampel im Dashboard. Sie ist grün, also ist alles gut.
Das Problem an dieser einen Zahl: Sie wird von den Seiten bestimmt, die am wenigsten mit deinem Umsatz zu tun haben. Kategorieseiten, Produktseiten, der Blog, die Startseite. Das ist der Großteil deiner Pageviews, und deshalb ist es auch der Großteil deines Durchschnitts.
Dein Checkout ist in dieser Zahl eine Randnotiz. Er hat wenige Aufrufe, also verschiebt er das p75 kaum. Wenn er langsam ist, siehst du das nicht. Du siehst grün.
Warum ausgerechnet dort die Sekunden teuer sind
Ein Besucher auf einer Kategorieseite stöbert. Wird es ihm zu langsam, ist der Schaden ein verlorener Stöberer, und davon hast du viele.
Ein Besucher im Checkout hat sich bereits entschieden. Er hat gesucht, verglichen, in den Warenkorb gelegt und ist bis zur Adresseingabe gekommen. Jede Sekunde, die er dort wartet, riskiert einen Abschluss, der praktisch schon da war. Dieselbe Sekunde ist an dieser Stelle ein Vielfaches wert.
Die Deloitte/Google-Studie Milliseconds Make Millions (2020, 37 Marken, über 30 Millionen Sessions) fand im Retail eine Korrelation von 0,1 Sekunden weniger Ladezeit mit 8,4 Prozent mehr Conversions. Das ist eine beobachtete Korrelation und keine zugesicherte Wirkung, und wer dir etwas anderes verspricht, verkauft dir etwas. Aber die Richtung ist deutlich genug, um die Frage zu stellen: Weißt du überhaupt, wie schnell dein Checkout ist?
Drei Stufen statt einer Zahl
fastmon markiert jeden Pageview mit der Stufe, auf der er sitzt: cart, checkout oder success. Pageviews außerhalb des Funnels bleiben ohne Stufe, die bekommen keinen vierten Wert nur der Vollständigkeit halber.
Die Zuordnung passiert beim Ingest über die bereinigte Seiten-URL, nicht über ein zusätzliches Feld im Tracker. Das Script auf deiner Seite wird davon kein Byte größer. Eingebaute Muster decken Shopware 5 und 6, WooCommerce mit englischen und deutschen Slugs, Magento 2, PrestaShop, JTL Shop 5 und Shopify ab. Sprach- und Shop-Präfixe sind eingeplant, /de/warenkorb und /fr/cart zählen also wie ihre Root-Varianten.
Die Prüfreihenfolge ist fest und hat einen Grund: erst success, dann cart, dann checkout. Abschlussseiten liegen bei Shopware und Magento oft unter dem Checkout-Pfad, /checkout/finish zum Beispiel. Wer in der falschen Reihenfolge prüft, zählt jeden Kauf als Checkout-Aufruf.
Damit bekommst du statt einer Ampel drei: die Ladezeit deiner Warenkorbseite, die deines Checkouts und die deiner Danke-Seite, jeweils am p75 von echten Kunden auf echten Geräten. Und meistens ist genau eine davon das Problem.
Der blinde Fleck bei Shopify
Wer Shopify nutzt, sollte eine Sache wissen: Der Shopify-Checkout läuft auf Shopifys eigener Infrastruktur, wo dein Theme-Script nie geladen wird. Der Tracker auf deinem Storefront endet damit am Warenkorb. Ohne Zutun zeigt dein Funnel weder Checkout noch Kauf, und das ist keine fastmon-Eigenheit, sondern gilt für jedes Tool, das über das Theme eingebunden wird.
Schließen lässt sich das mit einem Custom Pixel, das drei Ereignisse meldet: Checkout erreicht, Zahlungsdaten abgeschickt, Bestellung aufgegeben. Danach reicht der Funnel wieder bis zum Ende.
Warum es hier keine Abbruchquote gibt
Jedes Analytics-Tool zeigt dir eine Cart Abandonment Rate. Wir nicht, und das ist eine bewusste Entscheidung.
Jede Zahl im Funnel zählt etwas Beobachtetes: Ein Besucher hat eine Warenkorbseite geladen. Ein Besucher hat eine Danke-Seite geladen. Eine Kennzahl “abgebrochen” wäre dagegen eine Behauptung aus einer fehlenden Beobachtung. Denn der Besucher, der keine Danke-Seite geladen hat, kann auf einem anderen Gerät gekauft haben. Oder nach der täglichen Rotation unserer Zuordnung. Oder auf einer Danke-Seite, auf der kein Tracker liegt.
Eine Abbruchquote wäre also eine Zahl, die genau so aussieht wie eine Messung, aber eine Schätzung ist. Wir zeigen dir lieber, wie viele Besucher jede Stufe erreicht haben, und lassen dich die Lücke selbst interpretieren. Das ist unbequemer und es ist ehrlicher.
Was du damit machst
Schau dir das p75 deiner drei Stufen nebeneinander an, nicht die eine Zahl über alles. Wenn der Checkout deutlich langsamer ist als der Rest deines Shops, hast du gefunden, wo deine Sekunden am meisten kosten. Und weil jede Stufe ihre eigenen Server-Timing-Werte und ihren eigenen Network-Waterfall hat, siehst du danach auch, woran es liegt: an deinem Server, an einem Drittanbieter-Skript im Zahlungsschritt oder an einem Bild, das niemand komprimiert hat.
Der Funnel ist standardmäßig an. Wenn dein Shop ungewöhnliche URLs hat, hinterlegst du eigene Muster pro Stufe, und ab dem Moment werden neue Pageviews danach markiert.